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Weltreise: Interview mit Bettina und Udo

Vor ihrer Entscheidung zur Weltreise war Bettina jahrelang im Gesundheitswesen und Udo als KFZ-Werkstättenleiter tätig. Eigentlich hatten sie ein gutes Leben: 2-3 mal im Jahr tolle Urlaube, zwei Autos, Essen in schönen Restaurants und ein Haus am See. Und doch hat es den zwei etwas gefehlt und beide waren ziemlich unglücklich in ihren Jobs. Vor etwa vier Jahren haben sie angefangen, sich mit Persönlichkeitsentwicklung zu beschäftigen, ihren Träumen und Wünschen und wie sie ihr restliches Leben gestalten wollen. Die Weltreise war einfach die logische Schlussfolgerung, um ihr Leben neu zu gestalten.

Ihre Bucketlist, Budget und wie sie die Reise finanzieren verraten sie dir in dem spannenden Interview.


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Wie lange seid ihr schon unterwegs und wie lange möchtet ihr insgesamt unterwegs sein?

Am 6. Mai diesen Jahres sind wir mit einem Oneway Ticket nach Mexiko aufgebrochen. Wir haben uns kein zeitliches Limit gesetzt. So lange es uns Spaß macht und es möglich ist, wollen wir die Welt bereisen und unterwegs sein.

Wie reist ihr? Wie ist euer Reisestil?

Unterwegs sind wir mit dem Rucksack, wobei Udo ein Modell hat, das man auch ziehen kann. Darüber sind wir sehr froh, diese Funktion haben wir schon sehr oft genutzt und lieben gelernt. Wir passen unseren Reisestil immer an das jeweilige Land an. In Mexiko konnten wir zum Beispiel ganz gut mit den öffentlichen Verkehrsmitteln reisen. Wir schätzen aber auch die Unabhängigkeit, wenn man einen eigenen Mietwagen zur Verfügung hat.

Wir könnten uns auch vorstellen, irgendwo einen Camper zu kaufen und damit herumzureisen. Wir stellen es uns schön vor, wenn man „das Zuhause“ immer mit dabei hat. Ein großer Traum von uns ist es, die USA und Kanada auf diese Art und Weise zu erkunden.

Meistens übernachten wir in günstigen Unterkünften, wobei wir auf Hostels eher verzichten, da wir uns da nicht so wohl fühlen. Manchmal gönnen wir uns auch mal wieder eine etwas gehobenere und komfortablere Unterkunft. Generell sind uns kleinere, familiäre Unterkünfte lieber.

In Costa Rica haben wir uns zum Beispiel mit einem befreundeten Pärchen den Mietwagen und die Unterkünfte geteilt um Kosten zu sparen und noch dazu macht es großen Spaß mal wieder mit Gleichgesinnten unterwegs zu sein. Was die Verpflegung unterwegs angeht, so versuchen wir immer in günstigen Lokalen zu essen, wir kochen aber auch ab und zu. Vor allem das Frühstück bereiten wir uns gern selber zu, wenn wir die Möglichkeit dazu haben.

Gab es einen Auslöser, einen Schlüsselmoment, für die Entscheidung?

Die Entscheidung zur Weltreise oder besser zur Langzeitreise fiel in dem Prozess unseres „Umbruchs“ der letzten paar Jahre in dem wir uns Fragen gestellt haben. Wie wollen wir den Rest unseres Lebens verbringen? Wollen wir unsere Jobs bis zur Rente weitermachen? Was erfüllt uns mit Freude? Was sind unsere wichtigsten Werte? Was fehlt uns im Leben?

Wir haben festgestellt, dass wir uns nur auf Reisen richtig lebendig fühlen, dies unsere Leidenschaft ist und der Wert der Freiheit für uns extrem wichtig ist. Wir wollten auch nicht länger wertvolle Lebenszeit mit einem Job verschwenden, der uns mehr Energie raubt als gibt. Die Entscheidung, auf eine Langzeitreise zu gehen war beschlossen. Als erster hat sich Udo dann von seiner Tätigkeit befreit und sich im Bereich Hypnosecoaching und Lebens- und Sozialberatung weitergebildet. Bettina kündigte dann kurz vor dem Start der Langzeitreise ihren sicheren Job und verspürte dadurch eine große Erleichterung.

Wie lange habt ihr euch auf die Weltreise vorbereitet?

Die Vorbereitungen für die Weltreise haben ungefähr 1 ½ Jahre vorher begonnen. Wir haben angefangen uns Gedanken zu machen, ob wir unser Haus verkaufen oder vermieten wollen, ob Bettina unbezahlten Urlaub nehmen soll oder kündigen, wie wir uns das finanziell ermöglichen können, usw. Da startete sozusagen die mentale Vorbereitung. Die konkrete Umsetzung fing dann ungefähr ein Jahr vorher an, als wir unser Haus zum Verkauf inserierten.

Habt ihr ein monatliches Budget festgelegt und wie hoch ist es?

Wir haben nicht wirklich ein monatliches Budget. Zu Beginn der Reise haben wir gesagt, wir wollen nicht mehr als 1000 EUR pro Person und Monat ausgeben. Diesen Plan haben wir aber bald wieder verworfen, sondern wir versuchen einfach, so gut es geht im jeweiligen Land günstig zu leben und dabei aber auch unsere Ansprüche zu erfüllen. Wir gönnen uns zum Beispiel auch viele Touren und Aktivitäten, da wir Natur und Kultur kennenlernen wollen, essen worauf wir Lust haben, achten bei den Unterkünften auf Sauberkeit und einen gewissen Komfort und drehen nicht jeden Euro um.

Wie hoch waren die Kosten für die Vorbereitung der Weltreise?

Puh, das können wir jetzt gar nicht mehr so genau sagen, aber inklusive der Versicherung, Laptops, Kamera, usw. ca. EUR 5.000,- für uns beide.

Konntet ihr bis jetzt euer Budget einhalten?

Bis jetzt sind wir von den Kosten her ganz gut unterwegs, wir hätten es uns kostenintensiver vorgestellt!

Wie finanziert ihr die Weltreise? Habt ihr geerbt oder im Lotto gewonnen?

Wir haben weder geerbt noch im Lotto gewonnen! Wir haben uns über die Jahre einiges erspart und gut investiert.

Macht ihr euch Gedanken um Altersvorsorge?

Ja, aber wir verlassen uns dabei auf gar keinen Fall auf den Staat, sondern haben das selber in die Hand genommen.

Wie steht es um eure Wohnung in der Heimat? Seid ihr abgemeldet?

Kurz haben wir uns über eine Untervermietung Gedanken gemacht, aber dann entschieden, unser Haus in Österreich zu verkaufen, da wir unabhängig und flexibel sein wollten und vor allem schuldenfrei!

Noch sind wir in Österreich gemeldet, wir überlegen aber eine Abmeldung!

Habt ihr das Arbeitsverhältnis ruhen lassen oder doch gekündigt?

Bettina hätte die Möglichkeit gehabt, sich für ein Jahr freistellen zu lassen und danach in den Job zurückzukehren. Da das aber keine Option war, hat sie sich für die Kündigung entschieden und es noch keinen einzigen Tag bereut. Eine Freistellung wäre für sie auch gewesen, als würde man mit einem Auto mit angezogener Handbremse fahren. Ganz oder gar nicht!

Wie habt ihr euch für die Reiseroute entschieden?

Wir planen sehr spontan, je nachdem was gerade möglich ist, welches Land öffnet, usw. Wir sind sehr flexibel.

Welche Länder habt ihr schon besucht und welche sind noch geplant?

Wir sind gleich in unserem ersten Reiseland – Mexiko – hängen geblieben. Nach anfänglichen Schwierigkeiten – unser Mietauto wurde aufgebrochen – haben wir uns in das Land verliebt. Mexiko ist riesig und so vielfältig, dass wir fast für sechs Monate dort waren.

Während dieser Zeit hat sich auch zufällig die Möglichkeit ergeben, für einen Monat auf ein kleines Hotel eines Auswandererehepaares aus der Schweiz aufzupassen, inklusive Hund und vier Katzen. Wahrscheinlich werden wir das im nächsten Jahr wieder machen, dann aber für etwa drei Monate. Mexiko sieht uns also bald wieder und wir freuen uns sehr! Momentan bereisen wir gerade Costa Rica mit dem Mietwagen! Wo es danach hingeht, steht noch nicht fest! Es gibt noch so viele Länder, die wir gern bereisen wollen, z.B. Peru, Chile, Paraguay, Guatemala, Kolumbien, Nicaragua, USA, Kanada,… Natürlich reizt uns auch Asien extrem, Australien, Neuseeland, Japan. Auch in Europa gibt es viele interessante Ziele, vor allem der Norden interessiert uns sehr.

Und welcher Ort oder welches Land hat euch überrascht?

Mexiko hat uns auf jeden Fall positiv überrascht. Ursprünglich hatten wir dieses Land gar nicht auf unserer Wunschliste, aber da zum damaligen Zeitpunkt die Einreise so einfach war, haben wir uns gedacht, wir fangen halt dort mal an! Vor allem der Bundesstaat Chiapas hat es uns angetan und Mexiko City ist zu einer unserer liebsten Metropolen geworden.

Habt ihr auf der Reise etwas Negatives erlebt oder euch bedroht gefühlt?

Unser Reisestart war leider etwas holprig und wir waren kurz davor, schon nach 2 Wochen den Rückflug nach Hause anzutreten. Bei einem kurzen Stopp von einer Unterkunft in die nächste wurde nämlich in unseren Mietwagen eingebrochen und fast unser gesamtes Gepäck gestohlen. Der Schock war groß, aber wir haben versucht, diese Situation zu meistern und irgendwie das Positive darin zu erkennen. Gott sei Dank ist uns das gelungen und mittlerweile ist der Vorfall (fast) vergessen und verarbeitet. Durch diesen Diebstahl wurden wir in unserem Reisetempo ausgebremst, was gut war! Wir reisen seitdem wirklich mit sehr leichtem Gepäck, davor hatten wir viel zu viel mitgeschleppt. Und das Beste an dem Ganzen, wir haben danach so viel Hilfsbereitschaft erfahren und so nette Menschen kennengelernt! Die Versicherung ist eingesprungen und hat uns den gesamten Schaden ersetzt. Natürlich waren auch Dinge dabei, die man nicht ersetzen kann, wie Abschiedsgeschenke von Familie und Freunden, aber wir sind froh, dass uns nichts passiert ist!

Was war bisher der schönste Moment auf der Weltreise?

Einer unserer schönsten Momente war auf jeden Fall das Schnorcheln mit Walhaien auf der Isla Mujeres. Ein Stück mit diesen sanften Riesen zu schwimmen war faszinierend.

Für Udo waren die Tauchgänge ganz wunderbare Erlebnisse. Er hat im Tauchen ein Hobby entdeckt, dass ihn vollständig begeistert und unter Wasser fühlt er sich frei und wie auf einem anderen Planeten.

Für uns gemeinsam war die Herausforderung für einen Monat ein Hotel in Puerto Escondido zu führen ein sehr prägendes Erlebnis. Wir durften unsere Komfortzone komplett verlassen und viele neue Aufgaben meistern und Fähigkeiten entwickeln. Das hat uns in unserer Entwicklung extrem weitergebracht und wir sind sehr stolz darauf, dass wir diese Zeit so gut gemeistert haben. Nebenbei haben wir in den Hotelbesitzern Freunde fürs Leben gefunden. Die Begegnungen mit verschiedenen Menschen zählen für uns zu den Highlights unsere bisherigen Reise. Wir durften schon so viele interessante Menschen treffen mit den unterschiedlichsten Lebensgeschichten! Eine Bereicherung und Inspiration!

Was würdet ihr noch unbedingt machen wollen?

Wir wollen unbedingt noch mindestens einmal nach Mexiko. Wir waren zwar fast sechs Monate dort, aber haben trotzdem noch so vieles nicht gesehen, vor allem nördlich von Mexiko City fehlt uns noch einiges. Ein großer Traum ist es, die USA und Kanada mit dem Wohnmobil zu bereisen. Japan steht auch ganz oben auf unserer Wunschliste!

Ist es nicht anstrengend ständig zusammen zu sein?

Wir gleichen uns mit unseren Bedürfnissen auf Reisen sehr, wir haben ähnliche Interessen und Vorstellungen. Da ist das Konfliktpotential von vornherein schon relativ gering. Jeder hat auch seine Freiräume. Wenn Udo zum Beispiel tauchen geht, lasse ich es mir am Strand gutgehen. Unsere Beziehung verlief schon vor der Reise mit kleinen Ausnahmen sehr harmonisch und das ist auch so geblieben. Wir verbringen gern Zeit miteinander und sind auch sehr dankbar, dass wir die Möglichkeit haben 24/7 zusammen zu sein.

Fehlt euch nicht das Zuhause? Oder einfach eine Homebase?

Was uns fehlt sind unsere Familie und die Freunde. Ansonsten vermissen wir Österreich gar nicht, denn wir verbinden das Zuhause jetzt nicht unbedingt mit einem Ort, sondern eben eher mit Menschen. Wir hoffen, dass wir nächstes Jahr im Sommer bei einem „Heimatbesuch“ alle unsere Lieben wieder mal richtig in die Arme schließen dürfen.

Wie habt ihr den Mut gefunden, in Zeiten der Pandemie loszufahren?

Für uns fühlt es sich nicht mutig an. Wir wollten das machen und haben es durchgezogen – trotz, oder gerade wegen der Pandemie. Bettina hätte es im Krankenhaus unter diesen Arbeitsbedingungen nicht länger ausgehalten, der Zeitpunkt zu kündigen war perfekt.

Wie hat die Familie auf die Entscheidung zur Weltreise reagiert?

Die Familie und das Umfeld hat uns in unserer Entscheidung bestärkt. Natürlich sind sie traurig, dass wir so weit weg sind und wir nicht genau wissen, wann wir uns wiedersehen. Aber sie freuen sich mit uns, dass wir unseren Traum leben!

Würdet ihr aus heutiger Sicht bei der Planung der Reise etwas anders machen?

Nein, alles hat genau so gepasst!

Was würdet ihr denen raten, die eine Weltreise machen wollen würden?

Einfach machen – mach´s einfach. Wege entstehen beim Gehen.

Wo kann man eure Reise verfolgen?

Wir haben einen Instagram-Kanal @2Hearts_1Journey


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Alles, was du für die Vorbereitung der Weltreise brauchst!

Du willst die Welt sehen, traust dich aber noch nicht? Was ist, wenn du ausgeraubt wirst? Reisen ohne die Sprache zu kennen? Worauf sollst du achten?

Der Vorbereitungskurs von Nick Martin deckt alle Themen ab, denn an dem Kurs haben viele Reisende mitgewirkt: Familien, Digitale Nomaden, Van-Lifer, Frauen, die alleine um die Welt ziehen und viele weitere Weltenbummler.

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Von der Vorbereitung, Tipps auf Reisen und sogar der Verarbeitung des „Reverse Culture Schock“ nach deiner Rückkehr, deckt der Kurs alles von A bis Z ab.

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Auch zu den Themen Work& Travel, alleine Reisen als Frau, Leben im Van oder als Digitaler Nomade gibt zahlreiche Videos und Interviews.

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Und dabei bleibt es nicht. Die Inhalte werden laufend aktualisiert. Es gibt Checklisten, Packlisten und vieles mehr zusätzlich zum Kurs.


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