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Weltreise: Interview mit Janett und Waldemar

Haus verkauft, abgemeldet, Kinder eingepackt und los geht’s die Welt entdecken. Janett und Waldemar sind mit beiden Kids Frida und Jacob (10 und 8 Jahre alt) seit ein paar Monaten auf Weltreise und begeistern mit ihren Eindrücken auf Instagram. Die beiden Mitt-Vierziger sind Diplom-Psychologen, wobei Waldemar auch als Content Creator im Bereich Food selbstständig arbeitet.

Was das Schönste am ganzen Vorhaben ist und wie man am besten eine Weltreise als Familie umsetzt, verraten sie dir in dem spannenden Interview.


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Wie lange seid ihr schon unterwegs?

Anfang August sind wir zu unserer Weltreise aufgebrochen. Unser erstes Land war Costa Rica, da Asien zu dem Zeitpunkt Corona-bedingt noch überhaupt nicht bereisbar war. Der ursprüngliche Plan war es gleich in Süd-Ost-Asien zu starten

Und wie lange möchtet ihr insgesamt unterwegs sein?

Wir haben uns ein Jahr vorgenommen. Janett hat für diesen Zeitraum auch ihr Sabbatical und steigt dann wieder in ihren Beruf ein.

Wie reist ihr? Wie ist euer Reisestil?

Wir haben unsere zwei großen Taschen und vier mal Handgepäck. Zumeist fliegen wir die Orte an, fahren auch mal Zug, haben uns aber zum Beispiel im Südwesten der USA für 3,5 Wochen einen Camper gemietet. Die Abwechslung macht es!

Low Low budget ist nicht unseres. Da spielt dann auch mein Rücken nicht mehr mit. Ein bequemes Bett und gewisse Annehmlichkeiten brauchen wir schon, wobei wir natürlich auch aufs Geld achten, denn ein Budget haben wir natürlich. Zumeist suchen wir uns AirBnBs, gerne auch in Apartment-Anlagen, die über Pool (für die Kinder) und Fitnessraum (für uns) verfügen.

Auf unser Camper-Tour fanden wir den Wechsel von Freistehen und Campingplatz sehr gut. Überhaupt war es unsere erste Wohnmobil-Erfahrung und wir sind nun definitiv infiziert 😊

Seid ihr bisher mit dem gewählten Reisestil zufrieden?

So zu reisen ist genau unser Ding. Das ist auch schon lange erprobt, da wir bei all unseren bisherigen Reisen zumeist auf AirBnB gesetzt haben und immer 3-5 Tage an einem Ort geblieben sind und weiter ging es.

Wann und wie habt ihr die Entscheidung getroffen, eine Weltreise zu machen?

Die Entscheidung für die Weltreise war ein Prozess. Ich war schon immer reisebegeistert und habe dann auch Janett damit angesteckt. Wir sind dann generell so oft wie möglich gereist, haben die Elternzeit mit Frida und Jacob jeweils für 10 Wochen in Schweden und 7 Wochen in Florida verbracht, und der Entschluss, das irgendwann auf ein Jahr auszudehnen war dann nur die logische Konsequenz.

Wie lange habt ihr euch auf die Weltreise vorbereitet?

Wie lange die konkrete Vorbereitung gedauert hat, kann ich gar nicht genau sagen, ich denke so ein halbes Jahr. Diese Zeit war notwendig, da wir auch unser Haus verkauft haben, natürlich bei Verträgen Kündigungsfristen einhalten mussten und die Beschulung unserer Kinder geplant haben.

Letztgenannter Punkt war dann auch die größte Herausforderung, da eigentlich alles geregelt war. Unsere Schule war von unserem Vorhaben begeistert, hätte uns vollauf unterstützt, doch das Landesschulamt hat nach vielen positiven Rückmeldungen 4 Wochen vor unserer Abreise doch noch einen Rückzieher bzgl. der Schulbeurlaubung gemacht. In der Konsequenz haben wir uns alle aus Deutschland abgemeldet und beschulen nun selbst angelehnt an die jeweiligen Lehrpläne.

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Der Weg zur eigenen Weltreise kann schwer sein. Die meisten, die eine Langzeitreise gemacht haben, mussten sehr viel für ihren Traum arbeiten, sehr viel sparen und entsprechend Prioritäten setzen.

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Habt ihr ein monatliches Budget festgelegt und wie hoch ist es?

Wir haben nur ein Gesamtbudget, kein monatliches. Länder wie USA und Thailand sind einfach zu unterschiedlich in ihren Kosten. Insgesamt rechnen wir mit 50-60 Tausend €.

Wie hoch waren die Kosten für die Vorbereitung der Weltreise?

Der Hauptposten vorab war die Auslands-Krankenversicherung, die mit knapp 3000€ zu Buche schlägt. Ansonsten noch Anschaffungen wie Reisetaschen, Bekleidung, Video-Equipment, etc. die bestimmt auch nochmal 2000€ gekostet haben.

Konntet ihr bis jetzt euer Budget einhalten?

Beim Blick aufs Konto bleibe ich noch entspannt, also scheint alles zu passen!

Wie finanziert ihr die Weltreise? Habt ihr geerbt oder im Lotto gewonnen?

Wir haben zum einen ganz klassisch für die Reise gespart, dann haben wir ja auch noch unser Haus verkauft und als dritten Posten arbeite ich noch ein wenig von unterwegs und es gibt noch passives Einkommen, das über meine sozialen Kanäle und den Blog generiert wird: chopstickbbq.de

Macht ihr euch Sorgen um die Altersvorsorge?

Gedanken im Sinne von dafür privat zu sorgen natürlich, aber Ängste oder Befürchtungen haben wir diesbezüglich nicht.

Wie steht es um eure Wohnung/Haus in der Heimat?

Ja, wir haben unser Haus verkauft. Zum einen soll die Reise ein richtiger Schnitt sein, um anschließend in uns zu gehen und zu schauen was wir wollen und brauchen. Zum anderen wollen wir uns auch nicht mit Reparaturen, Abrechnungen, Mietzeugs, etc. während der Reise befassen. Die Kinder und wir hatten die beste Zeit in dem Haus mit Garten, Pool, etc., jetzt ist es Zeit für Neues und das beginnt mit dieser Reise.

Habt ihr das Arbeitsverhältnis ruhen lassen oder doch gekündigt?

Janett arbeitet in einer Kinder- und Jugendlichenpsychiatrie als Diplom-Psychologin und ist für das Jahr unbezahlt freigestellt. Diese Sicherheit haben wir uns für die Rückkehr behalten. Wäre das nicht gegangen, dann hätte sie gekündigt. Ich bin selbstständig, habe jetzt in Deutschland einen Stellvertreter und arbeite ja auch noch weiterhin von unterwegs.

Welche Länder habt ihr schon besucht und welche sind noch geplant?

Bisher waren wir 5 Wochen in Costa Rica, anschließend 3 Wochen in Florida, dann 1 Woche New York, haben uns dann 2,5 Wochen in Tulum (Mexiko) von New York erholt, sind anschließend 3,5 Wochen mit dem Wohnmobil in Kalifornien, Arizona, Utah und Nevada unterwegs gewesen.

Aktuell sind wir in Thailand, wo wir insgesamt fast 2 Monate bleiben werden. Wir hoffen, dass sich die Lage aufgrund der neuen Covid-Variante nicht weiter verschärft, so dass wir noch Kambodscha, Laos, Vietnam und die Philippinen bereisen können. Unser Herzenswunsch ist noch Japan, aber da sieht es kurz- und mittelfristig schlecht aus. Man kommt einfach nicht rein….

Wie habt ihr euch für die Reiseroute entschieden?

Wenn es Corona nicht gebe, hätte ich wahrscheinlich schon alles inklusive Alternativen vorab durchgeplant. In diesen Zeiten bleibt einem aber nur die Spontaneität, und das ist ehrlich gesagt einer der sicherlich wenigen positiven Aspekte dieser Pandemie. Nicht zu wissen, wo es in 2 Wochen hingeht, weil ein Land auf einmal dicht machen kann, ist aufregend und macht unsere Reise lebendiger und intensiver. Vor Ort im Land sind wir dann sowieso gerne spontan und verlängern oder verkürzen, je nachdem wie es uns zusagt und was unser Bauch uns sagt.

Welches Land/Ort hat euch bisher am besten gefallen?

Mit Thailand sind wir jetzt dort wo wir hingehören! 😊

Wir lieben einfach die Kultur, die Menschen hier, ganz zu schweigen vom Essen! Das kosten wir gerade so richtig aus. Es ist ein Konglomerat aus Eindrücken, Stimmungen, Gerüchen, etc. das schwer in Worte zu fassen ist, dass sich für uns aber einfach richtig anfühlt!

Ansonsten waren wir begeistert von unserer Wohnmobil-Tour im Südwesten der USA. Natürlich wegen der grandiosen Landschaften, aber auch da uns diese Art zu Reisen tatsächlich zusagt!

Und welcher Ort oder welches Land hat euch überrascht?

Tulum in Mexiko hat uns überrascht. Für uns ist es ein riesiger Kontrast aus wunderschönen Stränden, tollen Cenote in der Umgebung, leckerem Essen und auf der anderen Seite Instagram-Oberflächlichkeit, Hotel-Mafia, starke Militärpräsenz wegen bestehender Drogenkartell-Konflikte. Viele lieben Tulum, wir nicht!

Habt ihr auf der Reise etwas Negatives erlebt oder euch bedroht gefühlt?

Als die Bremsen unseres Wohnmobils bei einer langen Abfahrt im Death Valley zu qualmen und rot zu glühen anfingen…das brauchen wir nicht nochmal. Wir haben sie laaaange Abkühlen lassen!

Was war bisher der schönste Moment auf der Weltreise?

Unvergesslich sind für uns immer die Begegnungen mit anderen Menschen. Zum einen mit Einheimischen, mit denen man ins Gespräch kommt, und bei denen man seine Stereotype und vorgefestigten Meinungen zurechtrücken kann. Auf den Campingplätzen in den Weiten der USA haben wir viele sehr nette, hilfsbereite und aufgeschlossene US-Bürger getroffen.

Zum anderen die Begegnungen mit anderen Reisefamilien. Da stimmt die Chemie, man kann sich austauschen, Ideen weitergeben, sich gegenseitig bestärken und einfach einen tollen Abend am Lagerfeuer verbringen.

Ansonsten sind es so viele Momente von Orten, Aussichten, tolle Wanderungen, lange Fahrten mit Blick aus dem Fenster, ach, wir saugen alles auf, das lässt sich nicht auf einzelne Momente runterbrechen.

Was sagen die Kleinen, was deren besonders schöne Moment oder Land auf der Weltreise war?

USA und Disney World sind da sicherlich ganz vorne mit dabei, aber auch die vielen Tierbegegnungen in Costa Rica. Erst letztens waren wir hier in Thailand in einer Elefanten Pflegestation, konnten die Elefanten füttern und mit ihnen baden – unvergesslich! Die spontanen Antworten variieren je nach Tageszeit und Stimmung, manchmal sind es große Dinge (aus Erwachsenensicht) manchmal Kleinigkeiten, bspw. ein schöner Blumengarten. Sie scheinen im Hier und Jetzt zu leben und führen irgendwie keine Listen.

Was sind für euch die besonders schönen Momente als Familie auf der Reise?

Die besonders schönen Momente sind all jene Momente, die wir auf dieser Reise gemeinsam erleben können. Sei es das Leuchten der Kinderaugen in Disney World, das Staunen über die Eiablage der Meeresschildkröten, die gemeinsamen neuen kulinarischen Erfahrungen, der unglaubliche Sternenhimmel im Death Valley oder einfach der Alltag in Chiang Mai, Thailand, aber eben mit dem Wissen hier zu sein und nicht im kalten Deutschland. Wir mögen auch so die kleinen alltäglichen Dinge sehr, abendliches Kuscheln, die Tasse Tee im warmen Sonnenlicht – während auch alle anderen gerade zufrieden ihre Dinge machen. Auch der Stolz aller Familienmitglieder, wenn sich was getraut wurde bspw. Elefanten füttern, Achterbahn fahren, als Kind mit jemanden englisch sprechen, Multiplikation verstanden haben etc.

Was würdet ihr noch (Mal) unbedingt machen wollen?

Wir würden uns auf jeden Fall nochmal einen Camper mieten. Vielleicht in Australien oder Neuseeland.

Und wir wollen noch unbedingt nach Japan, und auch dort mit einem dieser Mini-Camper unterwegs sein.

Ist es nicht anstrengend rund um die Uhr zusammen zu sein? Wie geht ihr mit Streitigkeiten um?

Da gibt es ehrlich gesagt kaum Schwierigkeiten. Natürlich nerven wir manchmal die Kinder und sie nerven uns, aber das ist schnell wieder vorbei. Das es auch über Monate hinweg und 24/7 gut klappen würde war uns auch vorher schon klar, man kennt sich ja. Kleine Auszeiten wie Massage-Salon für den einen oder Fitnessraum für den anderen gönnt man sich natürlich trotzdem gerne. Und da wir sehr oft Wohnungen (mit 2 Schlafzimmern!) haben, kann man sich auch räumlich aus dem Wege gehen. Und ist einer mal gestresst und überreizt, darf er es sein und es geht vorüber.

Wie hat die Familie auf die Entscheidung zur Weltreise reagiert?

Es war einfach ran. Die Pandemie durfte für uns einfach kein Grund sein nicht loszufahren. Vielleicht hätte man dann begonnen dies oder das anzuzweifeln, nochmal zu verschieben weil jetzt das nicht passt oder jenes, usw.

Die Reaktionen auf unsere angekündigte Weltreise waren natürlich so unterschiedlich es nur geht. Interessanterweise war jedoch die Nachricht, dass wir unser Haus verkaufen für viele oft schockierender als unsere Weltreise.

Unsere Eltern hatten natürlich daran zu knabbern, vor allem wegen ihrer Enkel, aber auch sie kennen uns natürlich und sind nicht vollends aus den Wolken gefallen. Von Freunden haben wir oft folgenden Satz gehört: „Das ist grandios, ich freue mich so für euch, würde mich das aber selber nicht trauen“

Vermissen die Kinder ihre Freunde oder Verwandten?

Natürlich tun sie das! Aus diesem Grund haben sie auch bereits ein halbes Jahr vor der Reise eigene Smartphones bekommen, um sich an den Kontakt per WhatsApp und Co. zu gewöhnen. Das wird fleißig genutzt in allen zur Verfügung stehenden Variationen.

Musstet ihr die Kinder von der Schule befreien/freistellen lassen?

Ursprünglich war die Befreiung (Schulbeurlaubung) durch das Landesschulamt vorgesehen und geplant. Da dieses jedoch einen Rückzieher machte, haben wir uns alle aus Deutschland abgemeldet, um der Schulpflicht (die einzig in Deutschland eine Schulgebäudepflicht und keine Bildungspflicht ist) zu entgehen. Rechtlich in dem Fall die beste Variante.

Unterrichtet ihr die Kinder laufend oder wollt ihr euch eher auf das Reisen während der Auszeit konzentrieren?

Das war und ist eine Entwicklung. Grundsätzlich werden die Kinder angelehnt an die jeweiligen Lehrpläne unterrichtet, wobei wir uns auf die notwendigen Kernkompetenzen in Deutsch, Mathematik und Englisch beschränken. Alle anderen Fächer, sei es Sport, Biologie oder Musik sind durch die Reise mehr als abgedeckt. Die Unterrichtszeiten orientieren sich an unseren Gegebenheiten. Haben wir gerade einen Reisetag oder machen einen Ausflug, gibt es keine Schule. In einer anderen Woche sind es dann mal wieder drei Tage am Stück, auch am Wochenende, mal vormittags, mal abends, wie es eben passt. Für die Kinder ist es manchmal schwierig sich nach 5 freien und tollen Tagen wieder zu motivieren, aber da müssen wir als Eltern durch und Anreize schaffen.

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NORDWÄRTS

Eine längere Reise mit den Kleinen im Gepäck? Einen Eindruck vermitteln die Klassiker der Reisefilme für die Familien: „Nordwärts*“ und „Zwei Familien auf Weltreise*“.

Im Nordwärts packt eine sechsköpfige Familie ihren alten Bulli und fährt Richtung Nord-Norwegen. Dort wo die Sonne im Sommer nie untergeht und sich die magische Inselgruppe namens Lofoten befindet. 4000 Autokilometer, fünf Wochen einfaches Leben in der Wildnis – mit Zelt, Gaskocher und ganz viel Abenteuerlust. Eine Liebeserklärung an die Natur.

Gibt es eurer Meinung nach Kindesalter, in dem die Weltreise besonders ungünstig wäre? 

Aus psychologischer Sicht, und wir sind nun mal Psychologen, ist der Beginn und die erste Phase der Pubertät wahrscheinlich ein eher schwieriger Zeitpunkt. Die Bedeutsamkeit der Gleichaltrigen-Beziehungen in dieser Zeit und die (notwendigen) Ablösungsprozesse von den Eltern dürften so eine Reise durchaus schwieriger machen.

Wir fanden es gut, dass unsere Kinder schon „normale Schulzeit“ erlebt haben. Wir glauben, das erleichtert ihnen das wieder Ankommen in einem deutschen Schulalltag. Noch keine deutsche Schule besucht zu haben und dann plötzlich bspw. in die dritte Klasse zu kommen, stellen wir uns äußerst beschwerlich vor.

Und all diese Bildungsfragen und -sorgen stellen sich bei Kindern unter sieben Jahren erst gar nicht, höchstens die der Gruppenfähigkeit.

Tja, und hat das Kind Probleme in der Schule bspw. mit Lernmethode, Tempo oder im Kontakt mit den Anderen, dann spricht das doch erst recht für eine große Reise, um ganz in Ruhe das richtige zu finden – ganz nach dem Motto: Reisen heilt.

Unter anderem wegen solcher Fragen und allgemein wegen psychologischen Aspekten vor, während und nach einer (Welt)Reise werden wir auch ein entsprechendes Beratungs- und Therapieangebot unter dem Motto „Reise im Außen – Reise nach Innen“ offerieren. Bei Interesse folgt doch schon mal Janetts Kanal: ElternKindTherapie

Gibt es Länder, die ihr gerne zu zweit bereist hättet, aber den Kindern zuliebe von der Reiseroute gestrichen habt?

Das haben wir nie getrennt betrachtet. Wo wir nicht hinwollen, weil wir uns vielleicht nicht sicher fühlen würden, nehmen wir natürlich auch unsere Kinder nicht mit, und wollen dort auch nicht ohne Kinder hin.

Was denkt ihr zum Thema: Weltreise vor den Kids vs. Weltreise als Familie?

Das können wir schwerlich beantworten, da wir eben vor unseren Kindern keine Weltreise gemacht haben. Sicherlich gibt es Aktivitäten, die uns verwehrt bleiben, wie mal abends ein Konzert, Bar-Besuch, etc. Auf der anderen Seite, und das wiegt definitiv schwerer, ist es grandios zu sehen, was unsere Kinder bereits in diesem Alter alles erleben dürfen.

Auch ihre Sicht auf die Dinge, die Attraktionen, die Länder und Menschen ist absolut bereichernd. Ich zitiere mal unsere Tochter: „Das schönste am Fliegen sind die Sicherheitskontrolle und die Luftlöcher sind wie Achterbahnfahren – voll cool“. Auf jeden Fall ist man sich viel näher und hat mehr Zeit miteinander, da Teile des Alltags wie Arbeit, Freunde, Familie, größerer Haushalt, Garten deutlich weniger sind. Das fand Janett gerade auch im ersten Lebensjahr des Kindes sehr schön (da waren wir zwar noch nicht auf Weltreise aber auch mehrere Wochen unterwegs) und bis zum Schulalter ist man auch gänzlich befreit von der ständigen Sorge um die Bildung der Kinder.

Wie verarbeiten die Kleinen die vielen Eindrücke und neue Sprachen?

So wie Kinder es zumeist tun, ziemlich selbstverständlich und spielerisch, zumindest was sie uns davon zeigen…Unser Sohn baut jetzt alles in Minecraft nach und schafft sich da ganz neue Welten. Spannend ist auch zufällig (wir überwachen die Gespräche mit Freunden und Familie nicht) zu hören, wie sie ihren Omas oder Kumpels vom Erlebten berichten. Das Interesse an Sprachen hat definitiv zugenommen, auch da sie uns oft Englisch sprechen hören oder wir versuchen von anderen Sprachen ein wenig mitzunehmen.

Wie viel Spielzeug habt ihr dabei? Sollte man eher mehr oder eher weniger mitnehmen?

Nehmt wenig bis nichts mit! Unsere Kinder sollten bereits vor der Reise selbständig Ausmisten und da konnten sie sich bereits von 80% trennen. Jetzt hat jeder ein Kuscheltier dabei und natürlich sein Smartphone und Tablet sowie die Nintendo Switch. Naja und kleine Figuren und Mini-Reisespielsets und Stifte und Papier. In der Regel kommt sowieso noch was dazu und das Material in den Wohnungen und in der Natur wird äußerst kreativ eingesetzt.

Fehlt euch nicht das Zuhause? Oder einfach ein fester Ort (eine Homebase)? Vermisst ihr euer eigenes Bett?

Nein, unser Zuhause fehlt uns nicht. Das ist alles schon so weit weg. Wir sind unsere eigene Homebase, wir sind zusammen, das zählt. Das alte Bett im alten Haus war sowieso reif für den Sperrmüll, unterwegs schlafen wir (zumeist) viel besser! Janett fehlen ihre Freunde/innen und gemütliches Plauschen bei Tee mit Menschen, die sie gut kennen und gern haben aber nicht 24/7 da sind, schon manchmal. Sie stecke in deren Leben gar nicht mehr so richtig drin.

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Zwei Familien auf Weltreise

Wer in einer Sinn-Krise steckt oder aus dem Hamsterrad ausbrechen möchte, dem könnte der Film „Zwei Familien auf Weltreise“ gefallen. Zugegeben, im Film geht es weniger um eine Weltreise, sondern mehr um Selbstfindung. Sowie darum, wie man als jeweils relativ junges Elternpaar alles hinter sich lässt, um die Welt zu entdecken und um herauszufinden, was man vom Leben wirklich will.

Wie habt ihr den Mut gefunden, in Zeiten der Pandemie loszufahren?

Es war einfach an der Zeit. Die Pandemie durfte für uns einfach kein Grund sein nicht loszufahren. Vielleicht hätte man dann begonnen dies oder das anzuzweifeln, nochmal zu verschieben weil jetzt das nicht passt oder jenes, usw.

Die Reaktionen auf unsere angekündigte Weltreise waren natürlich so unterschiedlich es nur geht. Interessanterweise war jedoch die Nachricht, dass wir unser Haus verkaufen für viele oft schockierender als unsere Weltreise.

Unsere Eltern hatten natürlich daran zu knabbern, vor allem wegen ihrer Enkel, aber auch sie kennen uns natürlich und sind nicht vollends aus den Wolken gefallen. Von Freunden haben wir oft folgenden Satz gehört: „Das ist grandios, ich freue mich so für euch, würde mich das aber selber nicht trauen“

Würdet ihr aus heutiger Sicht bei der Planung der Reise etwas anders machen?

Wir würden definitiv wieder versuchen möglichst spontan an die Reise heranzugehen, uns treiben zu lassen, was jetzt ja durch Corona-Bedingungen der Fall ist. Janett wäre viel entspannter in der Vorphase – all das ängstlich-unsichere hat sich aufgelöst. Und nach vier- monatigen Experimentieren mit der für uns (also inklusive Mama) richtigen Beschulungsform ist sie auch entspannt und laidback.

Was würdet ihr denen raten, die eine Weltreise machen wollen würden?

Macht es! Plant natürlich, aber macht es! Man wird immer unzählige Argumente finden es nicht zu tun – aber, wenn ihr es wollt, dann macht es und legt los – den perfekten Zeitpunkt und die perfekten Bedingungen gibt es nicht. Und euer Budget bestimmt die Route oder eure Ziele bestimmen euren Ansparplan.

Habt ihr ein paar Ratschläge für Familien, die auch die Welt sehen möchten?

Erstmal braucht es ein klares „Ja“ zur Weltreise von euch als Eltern, dann ergibt sich der Rest in der logischen Folge. Kinder in der „Pubertät“ würden wir mit einbinden in die Entscheidung. Vermittelt euer Vorhaben rechtzeitig euren Kindern, was natürlich altersabhängig möglich ist oder nicht. Bindet sie mit ein in die Planung, lasst sie teilhaben an eurer Begeisterung für diese Idee, erläutert offen die Vor- und Nachteile (z.B. Freunde nicht sehen können), schafft positive Anreize und vor allem: Macht es! Zieht los und erschafft für jeden von euch und für euch als Familie unvergessliche Momente und Erinnerungen!

Wo kann man eure Reise verfolgen?

Uns könnt ihr mit täglichen Stories und Beiträgen auf unserem Instagram-Kanal folgen: ChopStickTrip

Außerdem veröffentlichen wir unsere Eindrücke und Erlebnisse auf unserem YouTube-Kanal:

Wer sich für die kulinarische Vielfalt auf unserer Reise oder allgemein für leckeres (asiatisches) Essen interessiert, der folgt Chopstick BBQ: auf Instagram oder Facebook oder Blog


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Weitere Beiträge zum Thema: Weltreise mit Kindern, Interview mit Helena und Björn.


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Träumst du auch von einer Weltriese? Vielleicht sogar einer Reise ohne ein festes Ende? Jessi und Daniel haben ebenfalls den Traum der Weltreise verwirklicht und sind ganze 5 Jahre um die Welt gereist. Im kurzweiligen Film *verraten sie, wie es ist, so lange am Stück zu reisen.


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